k4R Selfassessment
Video

Das 7-Körbe-Modell

Videokapitel 3 Modul / Woche 1

Hallo, Hanns-Stefan Finke hier, willkommen zurück! 


Sie haben in den ersten beiden Videos dieses Kapitels 

      die entscheidenden Hindernisse und Blockaden herausgefiltert,

die sich Ihnen auf Ihrem Weg in die Rauchfreiheit entgegenstellen. 


Jetzt fehlt nur ein Schritt -  

      wir sortieren gemeinsam die gefundenen Elemente zu Gruppen mit ähnlichen Merkmalen.  


Dieses letzte Video des dieswöchentlichen Extrakapitels Self Assessment, ist etwas länger - 

      hat es aber in sich. 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß!   



Die 7 KÖRBE


So gut wie alle Listenpunkte - mit einer prominenten Ausnahme, 

      dazu aber am Schluss -,

      so gut wie alle Listenpunkte lassen sich in einen 

            der folgenden 7 Körbe einordnen. 


Über die jeweiligen Gegenstrategien 

      sprechen wir in der nächsten Programmwoche. 


Wir haben 

  1.       körperliche
  2.       psychische
  3.       situative
  4.       soziale
  5.       pharmakologische
  6.       erotische 
  7.       und mentale 

      Aspekte der Bindung ans Nikotin. 


1. Korb: Die körperlichen Aspekte der Bindung ans Nikotin


Nikotin bewirkt die Ausschüttung von Dopamin im Belohnungssystem. 

In kürzester Zeit gewöhnt der Organismus sich daran 

      und regelt die eigene Produktion

            von Dopamin herunter. 


Auch die Rezeptoren für das Dopamin

verändern sich. Nun braucht der Körper das Nikotin, um seinen Normalbetrieb 

      aufrecht zu erhalten.


Fehlt es, entsteht ein Dopamin-Mangel, der sich durch 

      Nervosität und Reizbarkeit bis hin zu Aggressivität äußern kann, 

      durch Unruhe, ungezielte Besorgnis,

            verlangsamten Puls, Angstzustände, Schlafstörungen, 

      depressive Verstimmung, 

            verminderte Konzentrationsfähigkeit, Herzrasen,

      gesteigerten Appetit - alles in allem, 

                  eine - mehr oder weniger - milde Entgleisung

      der durch das Dopamin - und andere Neurotransmitter - gesteuerten 

            Körpervorgänge.


Aber es geht nicht nur ums Dopamin. 

      Auch in den Blutzuckerhaushalt greift Nikotin ein. 

            Es erhöht zunächst den Blutzuckerspiegel, aber nach einer Stunde senkt es ihn

unter den Ausgangswert. 

      Auch Blutzuckermangel kann zu depressiver Verstimmung führen, zu Kopfschmerzen,

Zittern, Unruhe, Nervosität, Angstgefühlen, Konzentrationsstörungen, 

      schnellem Puls und kaltem Schweiß. 


Allerdings, da jeder Organismus, jede Physiologie anders ist, 

      sind auch die Entzugserscheinungen und deren Stärke bei jedem anders. 


Haben Sie in Ihrer Mindmap-Arbeit 

      einen oder mehrere dieser Aspekte der Nikotin-Abhängigkeit gefunden? 


Sie gehören in diesen Korb. 


Fällt Ihnen übrigens beim Durchgehen der 7 Körbe noch etwas ein, 

      das im ersten Durchgang der Mindmap nicht dabei war - gern. Sie können 

            jederzeit ergänzen. 


Ich pausiere kurz - wenn Sie möchten, weisen Sie bitte die entsprechenden Funde aus der Mindmap

      jetzt Korb 1 zu. 

Alternativ tun Sie es für alle Körbe am Ende. 


Bis gleich! 

* * *

Alles eingetragen? 

      Sehr gut. 

2. Korb: Psychische Aspekte der Bindung ans Nikotin

      

Der Beschreibung der körperlichen Funktionen von außen, 

      von Hirn und Ganglien, Synapsen, Dopamin, 

            Belohnungs- und Motivationssystem

fehlt die Innenseite: Das Erleben. 


Wir können die körperliche Bindung, 

      die Veränderungen im Hirn durch das Nikotin, 

            die feindliche Übernahme ihrer Dopamin-Rezeptoren im Hirn 

                  kühl und klar beschreiben - 

und haben doch 

      kaum ein Wort über Ihr inneres Erleben 

            verloren. 


Das ist verführerisch - und macht die hier im Programm folgenden Strategien

      umso notwendiger. 


Der Rausch wirft das Hirn für einen kurzen, herrlichen Augenblick

      aus der Balance. Der Körper schützt sich - 

            und greift zur Gegenregulation.


Von außen betrachtet, ist es nur ein chemisches Ungleichgewicht,

      das durch die Tabakgifte bzw. die Gewöhnung an sie verursacht wurde. 

      Aber von innen fühlt es sich nicht so an. 


Es ist verständlich, dass Raucher*innen auf diesen Kick 

      nicht verzichten möchten - und auch nicht

      durch das Labyrinth der emotionalen Labilität und Instabilität 

            hindurch wollen, die regelmäßig folgen,

      wenn das Nikotin fehlt. 


Dem tragen wir in den nächsten Programmwochen Rechnung. 


Die Sehnsucht nach der Zigarette, 

      die Anspannung, wenn die Zigarette fehlt, 

      die Unausgeglichenheit durch das ständige

            - prinzipiell unerfüllbare - Bedürfnis nach Nikotin,

die Erleichterung,

            wenn beim Rauchen das Gift im Hirn ankommt, der Kick!,

      wenn die Synapsen im Belohnungszentrum reagieren
            und das Dopamin ausgeschüttet wird -

                  und mit all dem die fatale Lust

                        am Rauchen ...


Zusätzlich wird aber durch das Nikotin auch das Netzwerk derjenigen Hirnareale angeregt 

            - rückwärtig seitlich im Stirnlappen: die sogenannte dorsolateralen Regionen 

                  beider Hirnhälften, 

            außerdem die oberen mittleren Frontalregionen -, welche die Vigilanz, also

            die Reaktionsbereitschaft und Aufmerksamkeit steuern.


Der Dopamin-Kick! wird begleitet von dem Erlebnis erhöhter Wachheit 

      und Denkleistung. Es ist, 

als hätte jemand das Licht eingeschaltet. 


Fehlt der dringend benötigte Nachschub an Nikotin nun, 

      schreien die tiefen und die höheren Schichten des Raucherhirns geradezu auf, 

      die Gegenregulation ohne Kick! produziert das Gegenteil des erwarteten Glücks - 

            und keine Zigarette, 

      kein Nikotin schreitet rettend zum Ausgleich. 


Alles, was nicht Glück ist, hat jetzt eine düstere Chance.

      Das Licht bleibt aus. 

  

      Unruhe, Getriebenheit, Gereiztheit und Ängste können folgen, 

      eine innere Verdunkelung, die sich gewaschen hat, 

            depressive Verstimmungen, 

                  Aggressivität und Streitsucht im sozialen Umfeld, 

            Schlafstörungen und Gedankenkreisen, 

      der Eindruck verrückt zu werden 

            und / oder Panikanfälle. 


Wer dem ausgesetzt ist, dem fällt es in der Regel schwer sich klarzumachen, 

      dass all der beißende Trübsinn 

            (und die kellertiefe Melancholie) schlicht biochemisch befeuert sind, nichts 

      als ein paar irregeleitete Moleküle, angestoßen 

            von Hinzufügen oder Fehlen einiger Milligramm Gift. 

Dass es sich um einen vorübergehenden Zustand handelt. 


Die Stimmungsschwankungen sind zwar künstlich erzeugt, 

      eben über Nikotin und Nicht-Nikotin - 

            ihr Erleben aber ist real, - und es geht tief.

 

Wir sind viel zu sehr biologische Organismen, 

      um uns diesen Abläufen nicht zu unterwerfen. 


Viele Raucher geben angesichts dieses inneren Erlebens zu Protokoll, 

      dass Nichtraucher und Suchtberater nicht wirklich verstehen, was in ihnen vorgeht, 

            wie es in ihnen aussieht - 

      und dass sie sich deshalb ihre Tipps, hör doch einfach auf, es ist ganz leicht, 

            die so völlig an ihnen vorbei gehen, gern sparen können. 


Und das ist verständlich.


Haben Sie in Ihrer Mindmap-Arbeit 

      einen (oder mehrere) dieser Aspekte der Nikotin-Abhängigkeit gefunden? 


Diese Elemente gehören in Korb 2. 


Ich pausiere wieder - bitte weisen Sie Ihre Funde zu den psychischen Aspekten 

      aus der Mindmap jetzt 

            Korb 2 zu. 


Bis gleich! 

* * *

Willkommen zurück! 


3. Korb: Typische Rauchsituationen


Neben den sozialen Aspekten 

gehört die gelernte Bindung der Rauchlust an typische Rauchsituationen

      zu den mächtigsten Hindernissen beim Rauchstopp. 


Sie haben in der ersten Programmwoche ja

      einige dieser für Sie wichtige Situationen gesammelt und notiert. 


Die Zigarette zum Kaffee, die Zigarette am Telefon, die Erste

      am Morgen, die Berüchtigte "danach", die 

      in der Arbeitspause, auf dem Raucherbalkon, im Stress, 

            im Wohlgefühl, nach der Arbeit, 

                  an der Haltestelle, vor dem Sport, nach dem Sport, zum Alkohol usw. 


Im Verlauf der Raucherkarriere bilden sich unzählige kleine, konditionierte Rituale heraus, 

      die alle Zigarette, Zigarette, Zigarette schreien -

            im Verlauf der nächsten Wochen bekommen wir es noch öfter 

      - und intensiver - 

            damit zu tun. 


Wenn Sie auf Ihrer Liste und/oder bei Ihrer Ideenfindung mit der Mindmap 

      auf Situationen gestoßen sind, 

      die Sie sich ohne Zigarette kaum vorstellen können, 

            gehören sie in Korb 3. 


Bitte tragen Sie ein! 


Ich pausiere. 

Bis gleich! 

* * *

Sehr gut. Alles eingetragen? 


4. Korb: Soziale Aspekte der Bindung ans Nikotin


Es ist schwer verständlich, dass dem - echten oder vermeintlichen - sozialen Nutzen 

      des Rauchens

            nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. 


Ohne ihn gäbe es gar keine Raucher*innen.


Die meisten - nicht alle, aber die meisten - von uns 

      haben als Jugendliche mit dem Rauchen angefangen, weil es cool war, 

             - sozialer Nutzen -, 

      weil wir dazu gehören wollten, 

             - sozialer Nutzen -, 

      weil es uns über peinliche Situation hinweg geholfen hat, 

      weil es erwachsen wirkte, 

      weil es einfacher war, 

            über eine Zigarette ins Gespräch zu kommen als ohne, 

                   - alles sozialer Nutzen, ja? -, 

      weil man beim Rauchen plötzlich wusste, 

            wohin mit den Händen im Gespräch, 

      weil die interessanteren Jungs bzw. Mädels in der Raucherecke standen 

            usw. 


Dann wurden wir erwachsen. 

Manchen sozialen Nutzen schreiben wir der Zigarette trotzdem noch zu. 

Die Beschäftigung der Hände im Gespräch, 

      das leichtere Anbandeln, 

      das erotische Signal, 

      das Signal einer Arbeitspause 

            - ich rauche, Chef, bitte nicht stören! -, 

      das vermeintliche Signal für das Erfüllen traditioneller Rollen 

            - ich rauche: ich trotze der Gefahr - 

            - ich rauche: ich bin verführbar -, 

      die Gemeinsamkeit mit anderen Rauchern 

            - die einverständigen Gesten von Raucher zu Raucher, 

                  die stumme Gemeinsamkeit, wir rauchen doch alle das selbe Gift, oder? - 

      (ganz deutlich wird es direkt neben der Zigarettenkonvention: Zum Beispiel, 

            im gemeinsame Ziehen einer Gruppe von Freunden an der Shisha,

            im herumgehenden Joint ...),

      all das: sozialer Nutzen, soziales Verbindungsmittel, 

            das schwer von der Hand zu weisen ist. 


Das macht es - unter anderem - so schwer, 

      inmitten von rauchenden Freunden, Verwandten, Kollegen

      mit dem Rauchen aufzuhören. 


Übrigens - das Herumgehenlassen des Joints oder von Bongs etc.
      empfiehlt sich in Zeiten
            einer globalen Pandemie nicht
Das Coronavirus kann auch in Speicheltröpfchen weitergegeben werden.


Wenn Sie in Ihrer Mindmap-Arbeit 

      solche (oder ähnliche) soziale Aspekte der Nikotin-Abhängigkeit gefunden haben - 

      dann gehören sie in Korb 4.  


Bitte tragen Sie ein! 


Ich pausiere das Video wieder. 

Bis gleich!  

* * *


Sehr gut. Sofort weiter:


5. Korb:  Die Selbstmedikation


Niemand fängt an zu rauchen, um - zum Beispiel - Zahnschmerzen oder eine Hausstaub-Allergie

      zu lindern.

Aber wenn er (oder sie) erst einmal merkt, dass das Rauchen

      Zahnschmerzen betäubt oder seine Hausstaub-Allergie abmildert, 

            hat er zufällig einen Nebennutzen gefunden, einen sekundären Gewinn, 

      der gut zu seiner Tabakabhängigkeit passt. 


Langfristig hebt sich das natürlich auf, etwa wenn die Erleichterung heute

auf Dauer 

      in einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) endet. 


Das gilt übrigens auch für psychische Krankheiten. 

Die Dopamin-anreizende Wirkung des Nikotins wird bei Patienten häufig geschätzt, 

      die unter Depressionen, 

      ADHS, 

      Schizophrenie

      oder Psychosen leiden. 


Tatsächlich, das Nikotin lindert gelegentlich einige Nebenwirkungen der Medikamente, 

      die gegen psychische Krankheiten verschrieben werden. 

Allerdings vermindert es oft zur selben Zeit die Wirkung der Medikamente selbst. 


Auch hier wird also 

die kurzfristige Erleichterung durch eine mittel- bis langfristige Verschlechterung erreicht. 


Bei Depressionen hat die kurzfristige Aufhellung durch das Nikotin 

      zusätzlich den unerfreulichen Nebeneffekt, 

      dass das Rauchen durch seinen Eingriff in den - bei depressiven Patienten schon vorgeschädigten - Neurotransmitter-Haushalt die Depression verstärken kann.


Falls Sie aus dem Rauchen von Zigaretten einen pharmakologischen Zweitnutzen ziehen, 

gehört dies in Korb 5. 


Ich pausiere wieder. Bitte tragen Sie ein! 


Bis gleich. 

* * *

In Ordnung! 


6. Korb: Die unmittelbare Körperlust


Machen wir uns nichts vor. Zigaretten sind auch ein Spiel von Lippe, Zähnen, Zunge - 

      wie mit anregendem Essen oder im Liebesspiel. Alles, 

was die Lippen kitzelt und gleichzeitig hilft, 

      einen Dunst auszuatmen, durch den hindurch

            wir mit schmalen Augen lasziv in die verschleierte Welt hinaussehen können, 

hat auch erotische, lustvolle Qualitäten. 


Die Zigarette, die uns umbringt, ist eben nicht nur scheinbar eine gute Freundin. 

      Sie ist auch ein Symbol - 

und zugleich ein realer Gegenstand der Lust. 


Zwar hat Freud, der Begründer der Psychoanalyse, behauptet, 

      manchmal sei eine Zigarre nur eine Zigarre.

Was leider mitbegründet, warum so viele Psychoanalytiker 

      das Rauchen als Abhängigkeit nicht ernst nehmen und sich 

            in durchgeknallter Identifikation mit ihrem Guru fröhlich in die Hölle rauchen, 

      - so wie Freud übrigens selbst, der nach Dutzenden Operationen an Gaumenkrebs starb. 

Seine Zigarre war vielleicht nicht nur eine Zigarre; 

      sondern eher ein tödliches Geschoss.


Aber, die falsche Schlange, das sagt sie Ihnen natürlich nicht ins Gesicht. 

Sie ist Gespielin und Mörderin, Gigolo und Mörder, 

      exotisch wie ihr Tabak, unschuldig wie ihr Papier und doch

tödlich, feurig, ein Judas, eine Mata Hari, mit dem Dolch im Gewande. 


Sie umgarnt Sie, verführt Sie 

      und ist mit ihren Berührungen am Mund, im verräterischen, im tödlichen Kuss, 

            eben - auch - ein erotischer Partner.


Wenn wir schon bei Freud sind ... 


Wenn Sie erst einmal anfangen, Körperlandschaften 

      und das Spiel der Körper im Rauchen zu sehen, 

            das farblich hervorgehobene Mundstück, die Glut, die allein unser konzentrierter Atem erzeugt 

      (es gibt auch eine gewisse Freude an der eigenen Wirksamkeit, nicht wahr?), 

      „ich mach dich heiß“, ja?, 

            den glühenden Stengel und so weiter ...

      jeder körperversessene Psychoanalytiker fände seine irre Freude daran. 


Was, das möchte ich noch ergänzen, nicht heißt, dass es nicht lustig ist, etwa, 

      wenn aus dieser Sicht die Zigarette den Penis symbolisiert und bei Männern

            latente Homosexualität bedeuten kann,  

      oder gleich einen Kauf-Einwegpenis, 35 Eurocent das Stück, der den Mann männlicher wirken lässt, 

            die Frau lustvoller ... 

      Genausogut kann es aber auch auf ein verlängertes Ziehen an der mütterlichen Zitze bezogen werden, 

      also den Ödipuskomplex. 

Usw. 


Es ist ein bisschen peinlich, nicht wahr? 

      Können Sie jetzt noch in der Öffentlichkeit rauchen? 


Scherz beiseite. 


In Wirklichkeit vermindert Rauchen die Fruchtbarkeit 

      - Raucherinnen mit Kinderwunsch müssen etwa 50% länger auf eine Schwangerschaft warten als Nichtraucherinnen -, 

      das Rauchen führt zu häufigeren Fehlgeburten, 

      es führt zu einem unregelmäßigeren Zyklus und ruft einen früheren Eintritt in die Wechseljahre hervor; 

      bei beiden Geschlechtern verringert es die Lustfähigkeit und die Potenz. 


Beim Mann sinkt die Anzahl der Spermien im Durchschnitt um 23%, 

      ihre Beweglichkeit verringert sich zusätzlich um 13%, 

      auch ihre Qualität lässt zu wünschen übrig.


Der Nachwuchs von Rauchern leidet häufiger 

      unter angeborenen Krankheiten, Allergien, Neurodermitis u.a. 

Und - 56% aller starken Raucher leiden an erektiler Dysfunktion.


Verwandtes gilt für Frauen, bei denen sich die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung von Schamlippen und Schleimhäuten verschlechtert, 

      was der Lust die Spitze nimmt. 


Das betrifft auch die Fähigkeit zum Orgasmus. 


Bei beiden Geschlechtern verringert sich die Ausschüttung von Sexualhormonen.

Von der höheren Wahrscheinlichkeit auf Hoden- 

      und Gebärmutterhals- bzw. Brustkrebs bei Raucher*innen zu schweigen. 


Für Männer kommt hinzu: Da das Rauchen die Blutgefäße angreift und, 

      wie alles andere im Körper auch, die Schwellkörper im Penis attackiert, 

      kann es sogar zum Raucherpenis kommen: 

Der Penis verliert an Länge und Dicke, er kann bis zu 1 cm kürzer werden als zuvor. 


Alles in allem: Das Rauchen mag zwar erotische Lust hervorrufen, 

aber es verringert die Aussichten auf ihre Erfüllung. 


Vergessen wir jetzt einmal die geringere Attraktivität, die durch das Rauchen entsteht, 

      gelbe, faltige, unreinere Haut, schlechtere Zähne, ausfallende Haare, 

      den Geruch nach Asche und Versagen, 

            ich will es nicht ausmalen. 


Fast alles davon gilt 

            - in unterschiedlichen Schweregraden, aber nachweisbar - 

      auch für Passivrauchen, 

      Shisha-Rauchen, 

      eZigaretten 

            und z.T. sogar Schnupf- und Kautabak. 


So. 


Es ist genau wie bei der Selbstmedikation: 

      Das Rauchen verspricht eine Wirkung, 

            hier die erotische, labio- und orosensorische, also Lippen- und Mundgefühl betreffende, aber lang- oder sogar mittelfristig wendet sich das ins Gegenteil, 

und das Rauchen zerstört, 

      was es eigentlich ermöglichen, sogar intensivieren sollte. 


Gut. 

Haben Sie bei Ihrer Arbeit mit der Mindmap Elemente der Körperlust gefunden?

      Bitte tragen Sie ein: Korb 6.


Ich pausiere. Bis gleich! 

* * *

Willkommen zurück. Auf zum letzten und

7. Korb: Mentaler Umbau


Dieser Punkt ist der heikelste von allen. 

Das Nikotin schafft es nicht nur, das emotionale Erleben zu beeinflussen und zu verändern, 

      sondern auch Einstellungen und Meinungen, kurz, 

      den Verstand. 


Heikel, weil: 

Wer will schon denken, dass das, was er denkt, nicht unabhängig ist, sondern 

      - zum Teil - Produkt von Manipulation und emotionaler Beweisführung. 

Die Psychologie spricht hier von Verzerrungsblindheit: 

      Man hält sich für unbeeinflusst, ist es aber nicht. 


Jeder Raucher weiß, dass Rauchen krank macht, 

      dass es konsequent ein giftiges Aerosol in seinen Körper einleitet und ihm schadet - 

aber sein Hirn, dieses vom Nikotin irregeführte Wunderwerk der Evolution, 

      ruft ihm aus den Tiefen von Stamm- und Mittelhirn etwas ganz anderes zu. 


86 Milliarden vernetzte Nervenzellen, komplexer als jede andere Struktur 

      im gesamten Universum - 

und dieses einfach wirkende, mit verdorbenen, chemisch gepimpten Pflanzenkrümeln gefüllte Papierröhrchen 

      schafft es, uns derart in den Griff zu bekommen. 


Das Nikotin greift derart tief und direkt in Ihre Hirnchemie ein - ! 

Es ist ein Nervengift, das die Pflanze produziert, um Fressfeinde - Insekten - unschädlich zu machen. 

      Im menschlichen Nervensystem wirkt es, indem es die Signalübermittlung verändert, insbesondere im Belohnungssystem, 

      und den typischen Kick! erzeugt. 


Beim Rauchen erreicht es, über die Lunge aufgenommen, 

      das Belohnungssystem innerhalb von 3 bis 7 Sekunden - 

      das ist schneller als z.B. bei gespritztem Heroin. 

Im Erfahrungsgedächtnis wird die Verbindung von Rauchen und Kick! dementsprechend blitzschnell hergestellt. 

      Das Erfahrungsgedächtnis erkennt: Zigarette - Wohlgefühl. Zigarette - Wohlgefühl. 


Das sitzt tief. 

Sie können noch so viele Warnungen von Eltern, Krankenkassen, Ärzten und der Zentrale für gesundheitliche Aufklärung hören: Die richten sich alle an die Vernunft, den entwicklungsgeschichtlich jüngeren Bereich Ihres Hirns.  


Aber die Erkenntnis kommt nicht an - nicht dort, wo die emotionale Bewertung gebacken wird. 

Denn dort gilt die Verbindung: Zigarette - Wohlgefühl. Zigarette - Kick. 


Und ist diese Verbindung erst einmal tief genug eingeschleift, dann will diese tiefe, beherrschende Ebene Ihrer Persönlichkeit gar nicht, 

dass Sie die Zigarette mit nüchternem Realismus betrachten. 

      Sie will, dass Ihnen das Rauchen gefällt. 


Wenn Sie sich an Ihre erste Zigarette erinnern, wie scheußlich die schmeckte - 

      das war die urwüchsige, natürliche Reaktion Ihres gesunden Körpers 

      auf Gift und Ruß und Rauch und Teer. 

Husten und - pardon - Erbrechen, der Geschmack am anderen Tag, als hätten Sie Grillkohle verspeist, und Ihr Niewieder! 


Erinnern Sie sich? 


Wo ist das geblieben? 

      Zigarette - Wohlgefühl. Zigarette - Kick. 


Wer kann mit solchen inneren Widersprüchen leben. 

      Man glaubt, was man glauben will. 

Also hat die eine innere Instanz, das Belohnungssystem, 

      die andere - den Hippocampus, um genauer zu sein - geradezu umgebaut. 


Die Psychologie spricht hier auch von motiviertem Denken

      Das motivierte Denken richtet sich nicht objektiv, nach Faktenlage, sondern

      nach dem, was man glauben will.


Ein Schritt weiter, und wir sind bei der motivierten Wahrnehmung

Der Umstand, dass nicht nur die Schlüsse aus einer Faktenlage sich 

      durch die emotionale Motivierung ändern, 

sondern dass die Fakten selbst

      durch die emotionale Motivierung unterschiedlich wahrgenommen werden, 

      ist ja in den letzten Jahren in der Politik zunehmend

            zu einem Problem geworden. 


Wir sind weiter voneinander entfernt als je zuvor, wenn wir uns nicht einmal

      auf die Fakten einigen können. 


Das gilt leider auch für uns, im Bereich des Rauchens. 


Ein gutes Beispiel sind die Schockbildchen auf den Zigarettenpackungen, 

      die kaum ein Raucher noch wahrnimmt. Und wenn doch, 

      dann nimmt er sie nicht ernst. 


Die Schockbildchenblindheit hat ihn befallen. 


Anders gesagt: Das Hirn hat sich gegen die Realität

            - und die ist: Rauchen macht deinen Körper kaputt -, 

      die so offensichtlich der unmittelbar erlebten Anschauung zu widersprechen scheint 

            - und die ist: das Rauchen fühlt sich so gut an!!! -, 

      das Hirn hat sich gegen die Realität schlicht imprägniert. 


Der eine Teil der Persönlichkeit will aufhören, der andere Teil will etwas anderes. 

Aus der erlebten Einheit von Verstand, Gefühl, Wille ist ein großes, widersprüchliches Durcheinander geworden.

Das betrifft fast alle Bereiche des Gehirns; Es betrifft 

      die Erinnerungen, 

      die Bewertung - und von da aus 

            auch die Vorstellungen,

            die Gedanken

            und Einstellungen. 


Ein unglücklicher Zustand! 

Wir alle wollen uns lieber als Einheit sehen und erleben, nicht als zuckendes Bündel widersprüchlicher, biochemischer Motive. 


Kurz, Sie wollen in Ordnung finden, was Sie tun.

Und jetzt geschieht etwas Seltsames. 


Zur Wahrung - oder Wiederherstellung - der Einheit der Persönlichkeit ändert sich, leise, unmerklich, Schritt für Schritt, die Einstellung zum Rauchen. 


Jetzt ist Rauchen, naja, wenn schon nicht etwas Gutes, dann doch in Ordnung. 

Plötzlich ist Rauchen nicht nur in Ordnung ... 

      Rauchen ist Freiheit. 

      Ich rauche gern. 

      Rauchen ist Abenteuer. 

      Ich kann jederzeit aufhören, wenn ich will, ich will nur nicht. 

Auch bekannt in der Variante: Ich weiß, dass ich aufhören sollte, aber

      es muss erst klick machen in meinem Kopf. 

Nebenbei: Das tut es oft nicht. Oder erst nach Jahrzehnten. 

Oder: 

      Rauchen ist halt mein Hobby. 

      Mein Opa quarzt von morgens bis abends, und der ist kerngesund. 

Verleugnung, nicht wahr? 

      Dann sterbe ich eben früher, aber bis dahin habe ich gelebt. 

      Durch meinen frühen Tod entlaste ich die Rentenkasse.

Etc. 


Ich wette, dass Ihnen vor Beginn Ihrer Rauchkarriere 

      eine Einstellung, die den eigenen Tod in Kauf nimmt für ein paar Kicks am Tag, 

sagen wir: mehr als fremd gewesen wäre. 


Dass sie das nicht mehr ist, das haben Sie dem Nikotin zu verdanken, genauer:

      Dem mentalen Umbau durch das Nikotin. 


Am Beispiel von vorhin: Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre. Nicht wahr? 

      Sogar Freuds berühmtes Hirn, das sich so viel darauf einbildete, sich selbst zu verstehen, blieb nicht davon verschont, sich in diesem Aspekt

      ganz und gar nicht zu verstehen. 


Das Hirn schützt sich vor dem Unangenehmen,

      sieht die Schockbildchen, spricht sogar vom eigenen Tod -

            entscheidet sich für das Falsche - und blendet alles andere aus. 


Sind Sie bei Ihrer Arbeit an der Mindmap solchen und ähnlichen Sätzen auf die Spur gekommen? 

      Bitte tragen Sie ein: Korb 7.


Ich pausiere. Bitte kommen Sie gleich noch einmal zurück! 

Bis dann! 


* * *


Ausgezeichnet. Geschafft. 

      Das sind die 7 Körbe, in die Sie die gefundenen Hindernisse einordnen können.


Einen weiteren, gewichtigen Grund gibt es, 

      der manche Raucher*innen vom Aufhören abhalten könnte,

            der aber in keinen der Körbe so recht passt, andererseits

                  - wegen seiner thematischen Sonderstellung - 

            keinen eigenen Sammelkorb rechtfertig: 

Die Angst, in oder besser wegen: der Rauchfreiheit zuzunehmen. 


Das ist nun strittig, denn gerade, 

      dass das Rauchen so tief eingreift in Ihren Stoffwechsel, dass, 

            wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, Gewicht zulegen 

                        - nicht zwingend, übrigens, 

                  das hängt wieder von Ihrer Physiologie ab, und die

                  ist bei jedem, jeder anders -, 

      trotzdem: Dass das Rauchen bei Vielen so tief eingreift  in den Stoffwechsel

                  - ich habe es schon einmal gesagt - 

            ist natürlich kein Grund, weiter zu rauchen, 

                  sondern einer der besten Gründe, sofort aufzuhören. 


Wie dem auch sei - 

      mit Abnehmen oder Nicht-Abnehmen beschäftigen wir uns 

            im nächsten Extrakapitel: Gewicht halten, 

      nach Woche 3.


Keine Sorge:

      Es ist nichts, womit wir nicht zurecht kämen. 


Bis dahin beschäftigen wir uns mit den 7 Körben von oben. 


GEWICHTUNG

Bitte gewichten Sie sie nun noch und nummerieren Sie sie - von 1 bis 7.

      Welcher Korb, welche Kategorie spielt bei Ihnen eine erhebliche oder sogar die wichtigste Rolle? Er bekommt die eins.

      Welcher Korb, welche Kategorie hat so gut wie keine Bedeutung für Sie?  Die sieben. 

Und dazwischen? 


In der nächsten Woche gehen wir sie, Korb für Korb, systematisch durch -  

      und suchen die jeweils für Sie passende Gegenstrategie. 


Ich pausiere ein letztes Mal für dieses Kapitel. 
Bis gleich! 

* * *

Sehr gut.
Und das war's!


Morgen verschieben Sie die Rahmenzeit bitte nicht weiter. 

      Gönnen Sie Ihrem Organismus etwas Ruhe. 


Anfang der nächsten Woche 

      fangen Sie bitte wieder mit den neuen Rahmenzeiten an. 

Am besten, Sie notieren diese neuen Zeiten

      schon jetzt. 


Und bitte rauchen Sie nicht alle Zigaretten auf, 

      lassen Sie ein paar übrig für das nächste Gemetzel. Und 

            behalten Sie die Packung! 


Soviel zur Einführungswoche.

Wir sehen uns in der nächsten Woche, Ihrer Strategiewoche wieder,
      Video Nr. 1: Hausputz


Bis dann! 

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